Test Dell EMC PowerEdge MX7000

Mit dem PowerEdge-MX7000-Chassis hat Dell EMC eine Computing-Plattform entwickelt, die sich flexibel bestücken lässt und keine Midplane erfordert. Sie soll einen Umstieg auf künftige Technologiegenerationen im laufenden Betrieb ermöglichen.

Um Blade-Chassis-Infrastrukturen effizient nutzen zu können, sollten sich die einzelnen Compute-, Storage- und Networking-Komponenten flexibel kombinieren lassen. Dell EMC bezeichnet sein neues modulares MX7000-Chassis, das ohne Midplane auskommt, als „kinetische“ Infrastruktur, weil es sich prinzipiell für alles anpassen lässt, was derzeit erforderlich ist oder es künftig sein könnte. So soll es laut Hersteller möglich sein, aktuell noch im Entwicklungsstadium befindliche Technik für eine Composable Infrastructure wie Gen-Z, Open CAPI (Coherent Accelerator Processor Interface) oder CCIX (Cache Coherent Interconnect for Accelerators) in das Chassis zu integrieren, sobald sie verfügbar sind. Die genannten Verbindungsprotokolle für eine schnelle Kommunikation zwischen RAM und verschiedenen Komponenten wie CPU, GPU oder FPGA sollen es erlauben, Arbeitsspeicher und Storage Class Memory (SCM) bedarfsabhängig und dynamisch verschiedenen Systemen zuzuweisen.

Das Management-Tool OME zeigt den aktuellen Chassis-Zustand an.

Damit keine Midplane erforderlich ist, hat Dell EMC alle MX-Komponenten so gestaltet, dass Konnektoren die Module direkt miteinander verbinden. Der Administrator steckt die Server- und Storage-Module von vorne hochkant in das Chassis. Auf der Rückseite tragen sie Steckverbinder, die in die Switch- und Storage-Fabric-Module einrasten, die von hinten in das Gehäuse eingeschoben sind. Der Verzicht auf eine Midplane bietet mehrere Vorteile. Es vermeidet Single Points of Failure und bei künftigen Technik-Updates wie zum Beispiel einer Integration von Gen-Z ist kein Midplane-Tausch und damit keine Downtime nötig. Das Chassis lässt sich zudem besser kühlen, weil es von vorne bis hinten offen ist und die Luft ungehindert hindurchströmen kann.

Flexibel kombinierbare Module

Die MX7000-Plattform ist das Nachfolgemodell des Blade-Chassis M1000e und bringt zahlreiche Verbesserungen unter anderem bei der Netzwerk- und SAN-Anbindung, der Skalierbarkeit und der Anbindung von lokalem Storage. Das Gehäuse bietet auf sieben Höheneinheiten acht senkrechte Front-Steckplätze, die sich mit Compute- und Storage-Modulen in beliebiger Kombination bestücken lassen. Es wäre zum Beispiel auch möglich, ein Compute-Blade und sieben Storage-Blades zu verbauen. Auf der Rückseite stehen für die Switch- und Storage-Fabric-Module fünf waagerecht angeordnete Slots zur Verfügung. Jeder Slot nimmt zwei redundante Module mit halber Baubreite auf. Die oberen zwei Slots stellen die Ethernet-Switch-Fabric A und B bereit. Der untere Slot wird für die Storage-Fabric genutzt und lässt sich wahlweise mit zwei 12-GbSAS- oder zwei 32-GbFC-Modulen bestücken. Hinzu kommen zwei Management-Module, die im Gehäuse ganz unten zwischen den maximal sechs Netzteilen platziert sind.